Betrachten wir die Kunst einmal wie das Zubereiten von Speisen – sagen wir, Kochen ist wie Malen. Grundkenntnisse und ein vernünftiges Arbeitsmaterial vorausgesetzt.

So beginnt es mit der Frage: "Worauf habe ich Appetit?" Das kann abhängig sein von der Jahreszeit, vom Gemütszustand , von Eindrücken, dem Bedürfnis etwas Leckeres zu kreieren – oder man hat Hunger.

Einmal ist es einem nach Broccolicremesuppe mit geräucherten Forellenfilets und gerösteten Erdnussflips zumute, und dann wieder nach einer Frikadelle. Die Frikadelle kann bestehen aus Hackfleisch und Hackfleischfix, eine recht fantasielose Variante, macht satt aber nicht zufrieden. Man kann auf Bewährtes zurückgreifen mit Eigelb, einem in Milch aufgeweichtem Brötchen, etwas Majoran und einer mit Salz zudrückten Knoblauchzehe, Pfeffer und natürlich Hackfleisch. Bei dieser Variante spielen auch Erfahrungswerte eine große Rolle. Gelingt meistens.

In der dritten Variante besteht die Absicht, die Frikadelle neu zu erfinden. Innovativ mit Sardellen, Ingwer und ... logisch Hackfleisch. Und gehen wir einmal davon aus, dass es so schmeckt, wie es sich liest. Dann lieber keine Frikadelle.

Ein sensibler Umgang mit den Zutaten und das Wissen um das Zusammenspiel der Gewürze mit einer guten Portion Fantasie sind die Grundlagen des wahren Genusses. Man sollte sich nur klar darüber sein, dass die Zubereitung unter Umständen lange Zeit in Anspruch nimmt, eine Zeit der Freude, wenn die Gäste das Mahl genießen.

P.S.: Vorsicht! Versalzen ist schnell und man kann es nicht rückgängig machen.